|
|||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||
|
Grundlinien der Wirtschaftspolitik Die Wirtschaftspolitik der Türkei steht im Spannungsfeld zwischen tief verwurzeltem Etatismus und Dirigismus (in osmanischer und kemalistischer Tradition) einerseits und einem seit den 80er Jahren zunehmenden marktorientierten Reformschub, der binnen- und außenwirtschaftlich auf Liberalisierung setzt. Insbesondere die seit Anfang 1999 amtierende Regierung unter MP Ecevit, in der Wirtschaftsminister Dervis (seit Frühjahr 2001) im In- und Ausland über besonderes Ansehen verfügt, hat verstärkte Anstrengungen im Bereich gesetzlicher Strukturreformen (u.a. Autonomie der Zentralbank, Transparenz des Bankenwesens und staatlichen Ausschreibungsverfahrens, Öffnung der Märkte für Telekommunikation und Energie, Reformen im Sozialversicherungssystem und der landwirtschaftlichen Subventionspolitik) unternommen. Auch in die Privatisierung der überwiegend ineffizienten und verschuldeten Staatsbetriebe ist eine gewisse Dynamik gekommen - trotz nach wie vor bestehender politischer Einzelinteressen und der derzeit ungünstigen internationalen Wirtschaftslage. Aktuelle wirtschaftliche Lage Die jährlichen Wachstumsraten des Bruttosozialprodukts waren seit den 80er Jahren mit durchschnittlich 5 % im OECD-Vergleich hoch, gemessen am Bevölkerungswachstum von derzeit immer noch rund 1,5 % jedoch kaum ausreichend, um die Lücke im Pro-Kopf-Einkommen gegenüber anderen OECD-Staaten zu schließen. Im Jahre 2000 stieg das BSP um 6,1 %. Das Pro-Kopf-Einkommen lag bei 3.200 USD (1999: 2.900 USD). 2001 führte die tief greifende Wirtschaftskrise zur Rezession (- 8,5 %); das Pro-Kopf-Einkommen sackte auf 2.160 US-$.. Damit liegt die Türkei unter dem durchschnittlichen Einkommen eines Entwicklungslandes mit mittlerem Einkommen (Weltbankstatistik). Der Produktionssektor hat nach (optimistischen) amtlichen Schätzungen nur noch eine Auslastung von ca. 70%. Betriebsschließungen bedingen eine wachsende Arbeitslosigkeit sowie die Gefahr sozialer Spannungen. Neuerdings gibt es Anzeichen für einen Wiederanstieg der Industrie-Produktion. Finanzpolitik Im Februar 2001 führte die Kombination von hoher Inflation (2001 über 80 %), starkem Wertverlust der TL nach Freigabe des Wechselkurses sowie hohen Zinssätzen (über 90 %), gepaart mit anhaltend hoher Staatsverschuldung, zu einer erneuten, schweren Finanzkrise. IWF und internationale Gemeinschaft haben hierauf mit einer Aufstockung der konditionierten Zusagen um 8 Mrd. auf insgesamt 19 Mrd. USD reagiert. Am 4.2.2002 hat der IWF ein neues Standby-Abkommen für den Zeitraum 2002-2004 mit konditionierten Neuzusagen von 12 Mrd. USD beschlossen. Das IWF-Gesamtprogramm für die Jahre 2000-2004 umfasst dadurch Kredite von insgesamt 31 Mrd. USD. Zusätzliche Mittel werden von der Weltbank zur Verfügung gestellt (optimistisches Szenario: 5,2 Mrd. USD für Dreijahresstrategie. Eine weitere Aufstockung ist in Planung). Die türkische Regierung setzt darauf, durch strikte Austeritätspolitik im Rahmen des IWF-überwachten Anpassungsprogramms mit Kürzungen der öffentlichen Ausgaben, Erhöhung der Einnahmen, Stilllegung nicht sanierbarer öffentlicher Unternehmen und zügigeren Privatisierungen die Inflationsrate 2002 deutlich zurückzuführen und für in- und ausländische Investoren wieder ein Klima des Vertrauens zu schaffen, das schon 2002 wieder zu leichtem Wachstum führt. Wirtschaftssektoren Die türkische Wirtschaft hat in wenigen Jahrzehnten aus fast ausschließlicher Agrarökonomie differenzierte Strukturen mit starkem West-Ost-Gefälle entwickelt. Gemäß Angaben der Weltbank arbeiten noch ca. 45 % der Erwerbsbeschäftigten in der Landwirtschaft und leisten einen Beitrag von ca. 15 % zum BSP. Vor allem in der Westtürkei ist die industrielle Entwicklung stark ausgeprägt (Textil, Fahrzeuge, Chemie, Maschinen, Elektrobranche). Die Industrie trägt mit ca. 20 % zum BSP bei, der Dienstleistungssektor ist mit ca. 40 % beteiligt. Der auch infrastrukturell noch vergleichsweise unterentwickelte Osten und Südosten ist noch überwiegend Agrargebiet. Im Südosten werden seit Mitte der 80er Jahre erhebliche Entwicklungsanstrengungen unternommen (GAP-Projekt mit Staudämmen, Kraftwerken, Elektrifizierung, Bewässerungsanlagen, Agrarindustrie, Straßen, Telekommunikation), an deren Wirtschaftlichkeit jedoch zum Teil Zweifel bestehen. Die Bevölkerung der Region profitiert bislang nur in beschränktem Maße vom infrastrukturellen Ausbau. Entwicklung der Erwerbseinkommen Die türkischen Arbeitnehmer und die Mittelklasse waren in den 80er und 90er Jahren die großen Verlierer der Liberalisierungspolitik, die dem Land ein rasches Wirtschaftswachstum, aber auch eine zunehmend ungleiche Einkommensverteilung beschert hatte. Der überwiegende Teil der in Industrie, Landwirtschaft und Handwerk erwerbstätigen Arbeiter bezieht weiterhin den „Mindestlohn", ein ursprünglich nach einem Warenkorb berechneter Betrag für eine Person, der aber in der Praxis das „Familieneinkommen" darstellt. Seit dem 01.01.2002 beträgt der Netto-Mindestlohn ca. 138,- EUR (163 Mio. TLMio. TL). Die Entwicklung der Realeinkommen hat bereits im letzten Jahr mit der Inflation nicht Schritt halten können, so dass insbesondere die unteren Bevölkerungsschichten am Rande des Existenzminimums leben. Auf der Suche nach Arbeit und besseren Lebensbedingungen wandert die ländliche Bevölkerung weiterhin in die Städte und industriellen Zentren ab und erhöht die dortigen sozialen Probleme ebenso wie die Arbeitslosenquote. Quelle: Auswärtiges Amt Deutschland
In der Türkei gibt es sehr viele arbeitende Ausländer. Es ist jedoch derzeit jedoch noch sehr schwer eine Arbeitserlaubnis zu bekommen. Leider ist das ausüben vieler Berufe für Ausländer in der Türkei derzeit noch verboten. Doch es gibt überall ausnahmen, z. B. wenn Ihr Beruf zur Förderung des Tourismus dient. Lesen Sie genauer auf unserer Homepage unter Konsulat & Botschaft nach.
|
||||||||||||||||
| Die Besten Luxus Hotel's Antalya / Lara & Belek |